Das Schultergelenk

Das Schultergelenk ist unser beweglichstes Gelenk im Körper, kein anderes Gelenk bietet so einen großen Bewegungsumfang. Bei der Behandlung von Problemen in der Schulter beziehen wir in der Physiotherapie viele Gelenke mit ein, die für die Funktion der Schulter wichtig sind.

  • Gleno-Humeral-Gelenk (Oberarmkopf zu Pfanne)
  • Acromio-Clavicular-Gelenk (Schlüsselbein zu Schulterdach)
  • Acromio-Humeral-Gelenk (Schulterdach zu Oberarmkopf)
  • Gleitlager des Schulterblattes an den Rippen
  • Sterno-Clavicular-Gelenk (Brustbein zu Schlüsselbein)
  • Brustwirbelsäule

Das Schultergelenk ist ein muskelgesichertes Gelenk. Was heißt das?
Die Gelenkspfanne (ein Teil des Schulterblattes) ist sehr klein und flach und bietet wenig Stabilität. Dies ist nötig um die große Beweglichkeit zu gewährleisten. Eine Art Dichtungsgummi (Labrum) vergrößert die Gelenksfläche und gibt etwas Stabilität. Es braucht gut funktionierende Muskeln, um die Schulter aktiv zu sichern. Bei Ungleichgewichten in der Muskelkraft und bei schlechten Zusammenspiel der verschiedenen Muskelgruppen, kommt es häufig zu Beschwerden in der Schulter. Auch bei angeborener Bindegewebsschwäche kann die Schulter instabil sein. Das Positive daran ist, dass diese Probleme in den meisten Fällen durch Muskeltraining in den Griff zu bekommen sind.

Wichtige Muskelgruppen sind grob gesagt

  • Schulterblattmuskulatur
  • Armmuskulatur
  • Brustmuskeln
  • Rückenmuskeln

Meine Erfahrung in der Praxis zeigt, dass die Schulterblattmuskeln meist geschwächt sind und die Brustmuskulatur häufig zu viel Spannung hat oder verkürzt ist, und so den Oberarmkopf nach vorne zieht. Dieses Ungleichgewicht verändert die Mechanik und kann, im Laufe der Jahre, zu Beschwerden führen.
Starre Haltung, zu wenig Bewegung und kein Ausgleich zum Beruf begünstigen die Entstehung von Schulterproblemen.

Therabandübungen im stehen um die Schulter zu kräftigen. Wähle eine Bandstärke, wo du die Übungen langsam durchführen kannst, ohne Ausweichbewegung. Kontrolliere evt deine Schultern im Spiegel.

  • Arme seitlich am Körper mit 90°-Winkel in beiden Ellenbögen, Handflächen sind nach oben gedreht.
    Wickle das Theraband um die Hände und nimm es so, dass du zwischen deinen Händen ca. 10cm Band hast. Ziehe nun das Band etwas auseinander bis du die Position wie am Foto 1 hast. Das ist deine Ausgangsposition, weiter zur Mitte sollen deine Hände nicht während der Übung. Drehe beide Unterarme nach außen wie auf Foto 2. Mache die Bewegung langsam, vor allem auch das Zurückführen.
    Wiederhole die Bewegung 10-15mal und mache 3 Serien.

  • Greife das Theraband von oben ca schulterbreit. Hebe beide Arme in Schulterhöhe an (Foto 1). Ziehe nun deine Arme seitlich auseinander (Foto 2) und führe sie wieder langsam Richtung Mitte, ohne das Band durchhängen zu lassen. Achte darauf, dass du nicht so schief wirst wie ich! 😀 Ich muss wieder öfters vorm Spiegel üben. Mache 3 Serien mit 10-15 Wiederholungen.

Du solltest bei diesen Übungen keine Schmerzen verspüren. Hast du Beschwerden in der Schulter, gehe bitte zum Arzt und zur Physiotherapie! Schulterschmerzen können auch bei Herzerkrankungen auftreten!

Leider erlebe ich in der Praxis sehr häufig, dass Patienten an der Schulter operiert werden, ohne vorher jemals Physiotherapie zu machen. Das ist sehr schade, da viele Schulterprobleme mit Muskelaufbau in den Griff zu bekommen sind. Jede Operation birgt Risiken, die man vermeiden kann, wenn man vorher alle nicht-operativen Möglichkeiten ausschöpft.

Sehr häufige Diagnosen in der Schulter sind zum Beispiel:

  • Impingement
  • Bursitis (Schleimbeutelentzündung)
  • Verkalkungen
  • Partialruptur (Einriss) der Sehne
  • Verletzungen wie Luxation (auskugeln), Knochenbrüche, Bänderrisse…

 

 

 

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