Parabene – was ist das eigentlich?

Schädliche Stoffe in Kosmetikprodukten sind in aller Munde. Verbraucher hinterfragen Inhaltsstoffe kritischer, was Firmen etwas unter Zugzwang bringt. Diese setzen oft mit gutem Marketing dagegen, um Produkte als natürlich und gesund zu verkaufen.
Mir ist es wichtig auf Stoffe wie Parabene, Silikone, Aluminium… möglichst zu verzichten, weil man immer hört, dass sie schädlich sind. Daher verwende ich auch so gut wie nur Naturkosmetik.
Als ich über das Thema Parabene&Co gestoßen bin, habe ich bemerkt, dass ich gar nicht weiß, was diese Stoffe eigentlich sind, warum sie verwendet werden und welche unerwünschten Nebenwirkungen sie haben.
Darum habe ich mich entschieden in diese Richtung ein wenig zu recherchieren und möchte die Ergebnisse mit euch teilen. Dies ist keine wissenschaftliche Arbeit, sondern lediglich eine Zusammenfassung an Informationen. Heute beginne ich mit dem Thema „Parabene“.

Wirkung

Parabene haben eine antimikrobielle und fungizide Wirkung, d.h. sie wirken gegen Bakterien und Pilze. Sie werden daher als Konservierungsmittel in Kosmetika, Arzneimitteln, Lebensmitteln und Tabakwaren verwendet. Auch in Schuhputzmitteln und Schmierölen sind sie teilweise zu finden.
Ein weiterer Vorteil für die Firmen ist der günstige Preis von Parabene.

Unerwünschte Wirkungen

Es gibt kurzkettige Parabene, diese gelten als sicher in ihrer Verwendung.

Im Gegensatz dazu stehen langkettige Parabene im Verdacht, hormonell wirksam zu sein. Was heißt „hormonell wirksam“ eigentlich?
Langkettige Parabene haben eine ähnliche Struktur wie das weibliche Hormon Östrogen. Es wird vermutet, dass es daher im Körper auch ähnliche Wirkungen entfalten kann, wie das körpereigene Hormon.
Parabene werden über die Haut oder auch über die Nahrung aufgenommen. Es konnten zB Parabene in Brusttumoren nachgewiesen werden, was jedoch im Umkehrschluss nicht heißt, dass diese das Risiko an Krebs zu erkranken, erhöhen. Dies ist noch nicht genügend erforscht.
Untersuchungen mit Butyl- und Propylparaben an Ratten zeigten eine Beeinflussung der Körperfunktionen. Männliche Ratten produzierten weniger Spermien (Oishi 2001; 2002a; 2002b) und weibliche Ratten reagierten mit einer Erhöhung des Gebärmuttergewichts (Routledge et al. 1998). Eine andere Studie von Hoberman et al 2008 zeigte wiederum keinen negativen Einfluss auf das männliche Reproduktionssystem von Ratten. Hier beim Bundesinstitut für Risikobewertung nachzulesen.

Eine Untersuchung beobachtete die Paraben-Belastung im Körper der Probanden von 1995-2012. Es zeigte sich eine ziemlich konstante Paraben-Belastung. Aber „Insgesamt waren 8% der Studienpopulation in einem Umfang Parabenen ausgesetzt, bei dem ein gesundheitliches Risiko nicht mehr ausgeschlossen werden kann.“ (Artikel von Dr. Rebecca Moos, IPA-Journal, Für Sie gelesen) Seite 2

Allergien werden auch bei Parabenen immer wieder beschrieben, allerdings gibt es andere Konservierungsmittel die ein höheres Allergierisiko zeigen.

Hier gibt es noch einen interessanten Film von Marktcheck dazu:

Mein Fazit

Die Studienlage dazu ist nicht eindeutig. Man muss auch bedenken, dass eine große Lobby dahinter steht, die kein Verbot dieser Stoffe möchte. Die Menge der erlaubten Parabene ist regelmentiert, was für mich schon heißt, dass eine gesundheitliche Schädigung möglich ist. Verwende ich nun 5 Produkte mit Parabene, alle unter dem erlaubten Wert, komme ich natürlich auch weit über die erlaubte Menge.
In Kosmetikprodukten kann man Parabene leicht vermeiden, allerdings muss man immer gut nachlesen. Bei Naturkosmetik ist man bzgl Parabene auf der sicheren Seite, aber man muss auf Gütesiegel achten und nicht nur auf Bezeichungen wie „aus der Natur“ oder ähnliche.
Bei Arzneimitteln haben wir nicht immer die Wahl. Allerdings darf man nicht vergessen, dass bei jedem schädlichen Stoff die Dosis das ausschlaggebende ist.
Kurz gesagt: Vermeiden so gut es geht, aber auch nicht verrückt machen lassen, am Boden bleiben und Hausverstand einschalten.

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