Schädelasymmetrie bei Babys

Plagiocephalus heißt der verformte Kopf in der Fachsprache und bedeutet eine einseitige Abflachung am Hinterkopf. Meist ist auch ein Ohr nach vorne verschoben und auf der gleichen Seite auch die Stirn. Es sieht so aus, als ob eine Schädelseite nach vorne geschoben wurde.
Wann sollte man nun zur Physiotherapie oder gar eine Helmtherapie ins Auge fassen?Man muss hier 2 Formen unterscheiden:

  1. anatomisch (Synostose)
  2. lagebedingt

ad 1. Die seltener auftretende Synostose ist frühzeitige Verknöcherung einer  oder mehrerer Schädelnähte. Der knöcherne Schädel wird in seinem Wachstum gehindert. Synostosen können zu erhöhten Druck im Gehirn führen, zu neurologischen Störungen und Sehstörungen.
Bei kranialen Synostosen ist die einzige Therapiemöglichkeit eine Operation.

ad 2. Im Vergleich dazu kommen lagebedingte Asymmetrien sehr häufig vor und sind, je nach Ausprägung, nicht gesundheitsgefährdend. Meist merken die Eltern eine Abflachung am Hinterkopf, oder der Kinderarzt erkennt es bei einer Untersuchung.
In der Physiotherapie wird abgeklärt, ob das Kind den Kopf altersentsprechend frei bewegen kann, wie sich der Rumpf bei Spontanbewegung verhält und ob auch Asymmetrien im Rumpf zu erkennen sind. Manche Kinder liegen da wie eine Banane und kommen aus ihrer Haltung nicht heraus. Andere Kinder bewegen spontan in alle Richtungen, haben aber ihre Lieblingsseite.
Je nach Problematik, werden Lagerungen, Aktivierungen und passendes Handling eingesetzt, um den kleinen Körper zu unterstützen. Die Verformung des Kopfes kann sich nur über das Wachstum verändern. Im täglichen Handling und Lagern des Kindes schaffen wir dafür die Voraussetzung.
Die Eltern werden in der Physiotherapie angeleitet, wie sie mit ihrem Kind üben können, das Handling wie Hochnehmen und Tragen im Alltag integrieren und mit richtiger Lagerung das Schädelwachstum in die richtige Richtung lenken können.

Sollten diese Maßnahmen nicht, oder nicht ausreichend helfen, kann es zu einer Helmtherapie kommen.
Ich habe selbst im Krankenhaus Speising einen Tag hospitiert, um mir ein Bild zu machen, wann ein Kind einen Helm bekommt und auch wie mit den Eltern kommuniziert wird.
Die Untersuchung läuft folgendermaßen ab: nach einem kurzen Anamnesegespräch wird der Kopf des Kindes mit einer speziellen Zange vermessen. Hierbei werden beide Diagonalen von Stirn zum Hinterkopf gemessen.

Beträgt die Differenz

  • <1cm … keine Empfehlung für Helm
  • >1,8cm … Empfehlung für Helm, weil Veränderungen am Kiefergelenk und weitere körperliche Asymmetrien zu erwarten sind
  • zwischen 1cm und 1,8cm ist eine sogenannte Grauzone, wo die Korrektur rein kosmetisch ist.

Die Eltern werden über das Ergebnis und deren Bedeutung informiert, genauso über Kosten und Finanzierung. Sie müssen sich dann nicht sofort entscheiden, sondern können noch zwei Wochen darüber nachdenken. Meist werden dann gleich noch dreidimensionale Fotos des Kopfes gemacht, anhand dieser Fotos wird dann der Helm angefertigt. Die Untersuchung ist für die Kinder komplett schmerzfrei und läuft sehr entspannt ab.

Der beste Zeitpunkt um mit der Helmtherapie zu starten ist ab dem 5. Lebensmonat, da in dieser Zeit der Schädel am meisten wächst. Nach dem 1. Geburtstag ist eine Korrektur schwer möglich.

Die Kinder kommen mit dem Helm sehr gut zurecht, nur im Sommer schwitzen sie sehr stark damit. Der Helm muss 24h täglich getragen werden und soll nur zur Reinigung abgenommen werden.

Sollte dein Kind eine Abflachung am Hinterkopf haben, informiere dich bei deinem Kinderarzt, wer in deiner Gegend Spezialist auf diesem Gebiet ist.

Hier ist der Link zu Cranioform.

Hier ist der Link zu den Spezialambulanzen Speising.

Ordination Dr. Scheibl

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