Blasensenkung, Inkontinenz – ein häufiges Tabuthema

Sinkt der Östrogenspiegel in den Wechseljahren ab, wird das Bindegewebe weicher und es kann zur Senkung von Blase und/oder Gebärmutter kommen. Auch nach Geburten kommt es immer wieder zu Organsenkungen. Es ist nach einer Entbindung wichtig, eine gute Rückbildung zu machen. Am besten bei medizinischen Personal, die dich auch vaginal untersuchen können.

Der Körper kann sich bei Senkungen Anfangs oft gut anpassen und das Halten und Absetzen von Harn und Stuhl sind problemlos möglich. Aber schon in dieser Phase kannst du mit einer Therapie beginnen, um Folgeprobleme vorzubeugen.
Ist die Senkung stärker oder bestehen andere Probleme, sodass der Körper nicht gut kompensieren kann, kommt es häufig zu Restharn oder auch Inkontinenz.

Inkontinenz

Von Inkontinenz spricht man, wenn es zu unwillkürlichen Harnverlust kommt.  Kommt es bei Belastungen wie Husten, Niesen oder Springen zu Harnverlust, so spricht man von einer Belastungs- oder Stressinkontinenz. Passiert Harnverlust wenn die Blase gefüllt ist und der Weg zur Toilette zu weit wird, so nennt man dies Drang- oder Urgeinkontinenz. Es kann auch ohne einer Senkung zu Harninkontinenz kommen, dies kann unterschiedliche Ursachen haben. Es gibt natürlich auch ein Mischform, wo bei Belastung und bei Harndrang Urin unwillkürlich abgeht.
Meist wird es notwendig, diverse Inkontinenzartikel* zu verwenden. Sie stellen eine Hilfestellung dar, um den Alltag möglichst uneingeschränkt zu tätigen, sollten aber auf gar keinen Fall eine Therapie ersetzen.
Willst du mehr über den Beckenboden und Inkontinenz wissen, lies mal diesen älteren Artikel von mir. Weitere Erklärungen und Übungen findest du auch auf meinem YouTube-Kanal.


Abklärung

Wie immer sollte dich der erste Weg zum/r Ärzt*in führen. Kommt es plötzlich zum Kontrollverlust über Blase und/oder Darm, evt zusammen mit Taubheit im Reithosenbereich, Dammbereich dann suche so schnell wie möglich einen Arzt auf und warte nicht noch tagelang!

Physiotherapie

Manchmal ist eine Operation der letzte Weg, bei ganz starken Senkungen oft auch der einzige. Bevor du aber über eine Operation nachdenkst, solltest du unbedingt eine Physiotherapie machen und dich auch physiotherapeutisch untersuchen lassen. Vieles ist möglich, was man vorher vielleicht nicht erwartet!
Je nach Art der Inkontinenz, dem Schweregrad der Senkung und den Ergebnissen der physiotherapeutischen Befundung gibt es unterschiedliche therapeutische Ansätze. Atemübungen, Beckenbodenkräftigung und -entspannung, Aufschubstrategien, viszerale Therapie, vaginale Behandlungstechniken und manuelle Therapie am Becken stehen unter anderem zur Auswahl.
Pauschal zu sagen: „Trainiere deinen Beckenboden“ ist leider zu wenig. Auch beim Beckenboden kann man wie bei anderen Muskeln zwischen Kraftausdauer, Kraft und Schnellkraft unterscheiden, oder der Beckenboden ist verspannt und benötigt Entspannung.
Beim Husten muss der Beckenboden wie ein Trampolin federn können und auch die Blase muss diese Bewegung mitmachen. Die verschiedenen Faszienschichten müssen gleitfähig sein, sodass Blutgefäße und Nerven ihren Job machen können. Ihr seht schon, es gibt viele Punkte, wo die Therapie ansetzen kann und jeder Körper braucht etwas anderes.

Medikamente

Manchmal können auch Medikamente unterstützen. Hierzu befrage bitte deine/n Gynäkolog*in oder Urolog*in.

Hilfsmittel

Pessare können bei Senkung die Vagina oder den Blasenhals stützen und stabilisieren und so Symptome verbessern. Pessare werden immer von einer/m Gynäkolog*in angepasst. Ein Pessar kräftigt deinen Beckenboden nicht, sondern stützt das Gewebe und verändert die Lage.
Möchtest du deinen Beckenboden mit Hilfe eines Biofeedback-Gerätes trainieren, kann ich dir Elvie empfehlen. Du benötigst dazu nur ein Smartphone, falls dein Handy schon älter ist, schau ob es die Voraussetzungen erfüllt. Du kannst dir mit dem Code* „pinkhoeckner“ €20,- Rabatt holen.

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