Motorische Entwicklung – ein Überblick

Entwicklung und Lernen geschieht nie linear, es geht mal steil bergauf, dann wieder etwas gerade dahin, vielleicht gibt es in manchen Teilbereichen auch mal kleine Rückschritte, weil der Körper mit etwas anderen beschäftigt ist (zB einem Infekt). Es gibt nicht nur motorische Entwicklung, wir lernen ebenso die Sprache verstehen und sprechen, taktil/sensorisch wahrzunehmen und zu reagieren, akustische Signale einzuordnen, soziale Interaktionen, Mimik und Gestik, kognitive Leistungen… eigentlich sehr viel parallel. Und es kann sich nicht jedes Kind in jedem Bereich gleich schnell entwickeln.

Aber es gibt sogenannte „Meilensteine in der Entwicklung“, die Kinder bis zu einem Zeitpunkt spätestens erreichen sollen. Ich möchte euch hier einen Überblick über die motorische Entwicklung nennen.

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Entwicklung im ersten Lebensjahr

Neugeborene agieren sehr viel über Reflexe wie zB Suchreflex, Saugreflex, Greifreflex. Mit der Zeit werden diese Reflexe weniger, dies ermöglicht willentliche Bewegungen. Bei Kindern, die neurologische Symptome zeigen, können diese Reflexe länger bleiben und so das Erlernen von bewusster Bewegung beeinträchtigen.
Anfangs ist die Wirbelsäule noch gerundet und wird mit fortlaufender Entwicklung immer gerader aufgerichtet.
Ein stabiles Liegen in Rücken- und Bauchlage beginnt im 3./4. Monat und wird immer mehr verbessert. Je stabiler das Kind ist, umso mehr kann es greifen, den Kopf frei bewegen und sich später auch drehen.

Sind Babys munter und gut gelaunt, ist es perfekt wenn sie sich viel auf dem Boden oder einer Krabbeldecke aufhalten, am besten barfuß. Dort sehen sie viel in alle Richtungen und sie sind nicht eingeschränkt, können ihre Hände und Füße entdecken, sich drehen und nach Spielzeug greifen. Bemerkst du, dass dein Baby immer nur in einer Richtung schaut, ist eventuell der Hinterkopf auf dieser Seite abgeflacht, dann lies diesen Artikel und besprich das mit deinem Kinderarzt.
Biete deinem Kind auch immer wieder die Bauchlage an, solange es sich noch nicht selbst umdrehen kann. Wenn es nicht gerne in der Bauchlage liegt, versuche es trotzdem immer wieder für kurze Sequenzen.

Mit ca. 6 Monaten beginnen die Kinder, den Vierfüßler immer mehr zu entdecken und zu krabbeln. Ab diesem Zeitpunkt liegen sie eher selten.

Setze dein Kind nicht hin, solange es nicht selbst in den Sitz gelangen kann. Es fehlen den Kindern die Entwicklungsschritte, die sie sonst selbstständig entdecken. Dadurch kann die spätere Fortbewegung und die motorische Vielfalt bzw das motorisches Geschick beeinträchtigen werden.

Beginnt das Kind zu krabbeln oder zu robben, gestalte den Raum so, dass es gefordert aber nicht überfordert wird und sich dein Kind natürlich nicht verletzen kann. Krabbelkindern kann man zB Pölster, Nackenrollen oder Yogakissen am Boden legen, über die sie drüber müssen. Oft ergeben sich Hindernisse durch Spielzeug ganz von selbst.
Für eine gute Fußentwicklung sollten Babys so oft wie nur möglich nackte Füße haben. Die Reize sind viel intensiver und sie rutschen nicht beim Krabbeln.

Kindergartenalter

Die Motorik wird immer mehr verfeinert und die Kinder werden geschickter. Sie bekommen ein besseres Gleichgewicht, die Griffart beim Essen oder Zeichnen verändert sich im Laufe dieser Zeit, Bewegungen können feinmotorischer durchgeführt werden.

Springen, Laufen, Stufen steigen, später auch auf einem Bein springen, selbstständig Anziehen werden immer mehr in den Alltag aufgenommen.

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In etwa bis zum 7. Lebensjahr sollte das Fußgewölbe aufgerichtet sein. Über Kinderfüße habe ich einen eigenen Artikel geschrieben bzw. auch ein gratis Übungsvideo gemacht.

Ich möchte nochmal darauf hinweisen, dass jedes Kind sein eigenes Entwicklungstempo hat und früher ist auch nicht zwingend besser. Solltest du aber Sorgen haben, Auffälligkeiten bemerken, sprich es bei deinem Kinderarzt an oder mache dir einen Beratungstermin mit einer Physiotherapeutin.

 

Bild von Hai Nguyen Tien auf Pixabay

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